Körperkontakt ade

Kennt ihr diese Menschen, die bei Kindern jegliche Form von Höflichkeit verlieren und so tun als hätten sich noch nie etwas von einer natürlichen Distanz gehört? Ja, leider kennen wir sie alle. Dass die häufig älteren Herrschaften mein Kind im Hausflur in die Wange kneifen oder ihm den Bauch kitzeln, nachdem sie womöglich ihre dreckige Unterwäsche in die Waschmaschine gebracht, oder ihren Müll in die überfüllten Mülltonnen geleert haben ist die eine Sache… Aber mein neugeborenes im Gesicht zu streicheln, während es eng an mich gebunden im Tuch keinen Zentimeter von meiner Brust entfernt liegt, lässt mich heute noch allein bei dem Gedanken daran erschaudern. So lieb ihr es auch meint, liebe Nachbarn, fremde Passanten und andere Menschen – bitte lasst eure Finger von unseren Babys.

Ich möchte in diesen Situationen gern zur Löwin werden, die samtig reine Haut meines Kindes beschützen und meinen eigenen Schutzraum bestimmt verteidigen… Aber leider tue ich es nicht und ärgere mich nur im nachhinein über das Verhalten meines Nachbarn und noch mehr über meine eigenen Unfähigkeit ehrlich und offen zu sagen was mich stört. Da ist mir doch die Nachbarin, die meinem Sohn alle paar Monate ein Eurostück in den Kinderwagen wirft um einiges lieber – „für ’n Eis“ sagt sie dann und Mama freut sich, genauso wie über die Gratiswurst an der Wursttheke, das beigelegte Milchbrötchen vom Bäcker und den Lolli vom Kinderarzt – an all dem war mein Kind bisher noch nicht wirklich interessiert, aber das müssen ja die großzügigen Schenker nicht wissen 😉